|
Reinraum für saubere
Forschung
Was Hausfrauen
und Physiker gleichermaßen ärgert, hat im Gebäude
ME der Universität keine Chance mehr: Für 2,5 Mio DM wurde
dort ein Reinraum-Labor eingerichtet.
Im
neuen Reinraum der Uni: Burkhard Stahlmecke, Quoc Thai Do und Axel
Lorke (v. l.) betrachten in Staubschutzkleidung Nanopartikel in
der Vergrößerung am Computer-Bildschirm. WAZ-Bild: Andreas
Mangen
Nanopartikel
werden dort hergestellt, untersucht und bearbeitet, erläuterte
Prof. Axel Lorke gestern im Laboratorium für Festkörperphysik
den Zweck des in Rekordzeit von weniger als zwölf Monaten errichteten
High-Tech-Labors. Es geht dabei um Größenordnungen von
20 millionstel Millimeter. 1000 Nanopartikel nebeneinander gelegt,
wären immer noch weniger als der Querschnitt eines menschlichen
Haares.
Dennoch
sind diese Winzling groß in ihrer Wirkung: Der Farbenzauber
von Kirchenfenster ist beispielsweise nur möglich durch kleinste
Metallteile in der Farbe. Überhaupt sind es die ungewöhnlichen
Eigenschaften der Nanoteilchen, die neue Anwendungen eigentlich
bekannter Materialien erwarten lassen: So "weigern" sich
leitfähige Stoffe, Strom zu transportieren oder Eisen geht
spontan in Flammen auf.
Um
diese spannenden und technologisch vielversprechenden Forschungsobjekte
aber herstellen zu können, müssen die Labors absolut staubfrei
sein, 30 000 Mal sauberer als normale Raumluft.
Dort
stehen den Physikern jetzt Geräte zur Verfügung, mit denen
sich der Inhalt einer Schreibmaschinenseite auf den Querschnitt
eines Haares schreiben ließe. Mit einem Rasterkraftmikroskop
kann das Team um Lorke etwa Höhen und Tiefen winzigster Strukturen
wiedergeben oder bearbeiten - im Prinzip wie die Abtastnadel eines
Plattenspielers, nur eben 1000 Mal genauer. Und soeben wurde demonstriert,
dass Ströme in Nanoringen verlustfrei fließen können.
mo
|